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PART® - Professionell handeln in Gewaltsituationen
Man kann nicht immer Sieger sein, man muss auch manchmal klüger sein.
Lied von Jürgen von der Lippe


Es gehört zu den größten Herausforderungen für Menschen, die andere Menschen betreuen und dabei Verantwortung für sie haben (etwa in Jugendhilfe, Psychiatrie, Behindertenhilfe, auch im Strafvollzug und bei der Polizei), wenn es zu aggressiven oder gewalttätigen Situationen kommt.

Wie können wir uns professionell auf solch schwierige Situationen vorbereiten?

"Professionell handeln in Gewaltsituationen" (Professional Assault Response Training®, PART®) ist ein Seminar was hier helfen kann. Es ist gedacht für Professionelle, die mit Menschen arbeiten, deren Verhaltensauffälligkeiten sich manchmal in Gewalt ausdrücken.


Dabei ist PART® seit 1975 (in Kalifornien, erste Seminare in Deutschland 1997) als ein übungszentrierter Workshop entwickelt worden, um die Risiken zu minimieren, die mit Kriseninterventionen bei gewalttätigem Verhalten verbunden sind. Es handelt sich um einen umfassenden und systematischen Ansatz bezogen auf den Umgang mit gewalttätigem Verhalten.

Das erste Interesse – auch und gerade im Sinne der Arbeitssicherheit – gilt zunächst einmal der körperlichen Unversehrtheit und der Würde sowohl des Klienten als auch der Beschäftigten. Der Grundsatz

Würde und Sicherheit durch Problemlösung

ist daher die Basis für die vielfältigen Strategien von PART®.

Anders ausgedrückt:

Die Persönlichkeitsrechte und die Würde des Klienten zu achten und dabei Sicherheit für alle Beteiligten herzustellen, ist das oberste Ziel des PART®-Konzepts.



Grundprämissen:

Zugang

PART® bietet eher einen grundsätzlichen Zugang zu gewalttätigem Verhalten als eine Reihe von "Techniken". Es werden eher Prinzipien betont als spezifische Interventionen.

Problemlösungen

PART® versucht nicht, Mitarbeitern, die auf verletzendes Verhalten reagieren, fertige Antworten zu geben. Das vorrangige Ziel des Seminars ist es, den Teilnehmern zu helfen, "die richtigen Fragen zu stellen", damit sie die Probleme selbst lösen können.

Notfallreaktionen

PART®-Methoden sind kein legitimer Ersatz für individuelle Interventionspläne! PART® setzt voraus, dass es für jede betreute Person einen "vernünftig begründeten Plan" gibt, in dem problematische Situationen vorausgedacht sind. Die PART®-Prinzipien beabsichtigen, diese vernünftig begründeten Pläne zu ergänzen.

Individuelle Unterschiede

PART® wurde entwickelt, um das Selbstvertrauen von Professionellen zu stärken, unabhängig von ihren individuellen Fähigkeiten, ihren Grenzen oder ihrem Geschlecht. Das Seminar will dafür sorgen, dass Frauen und Männer von unterschiedlicher Stärke und unterschiedlichen Fähigkeiten in der Lage sind, aufgrund von angemessenen Situationseinschätzungen und angemessener Beweglichkeit an ihrem Arbeitsplatz sicher zu handeln. Es wird darüber hinaus davon ausgegangen, dass betreute Personen sich weniger ängstlich, aber dafür sicherer fühlen, wenn sie davon überzeugt sind, dass jeder, der mit ihnen arbeitet, in der Lage ist, kompetent und sicher zu handeln.

Teamarbeit

PART® setzt auf die Stärken des Teams, nicht auf individuelle Stärken. Es ist unsere Erfahrung, dass "Helden" eher in Schwierigkeiten kommen als andere. Kurz gesagt: Einzelaktionen sind oft katastrophal. Im PART®-Seminar spiegelt sich die Erfahrung in Teamarbeit.

Rechtliches

Das PART®-Seminar erhöht die Sicherheit bezogen auf die grundlegenden Persönlichkeitsrechte. Eine Verhaltensauffälligkeit zu haben, die sich manchmal in gewalttätigem Verhalten ausdrückt, entzieht einem Menschen nicht automatisch seine Persönlichkeitsrechte. Gleichermaßen sollten die Rechte von Menschen mit Verhaltensauffälligkeiten zu keiner Zeit die Mitarbeiter ihrer Persönlichkeitsrechte berauben.

Festhaltetechniken, die absichtlich Schmerz hervorrufen, verletzen grundlegende Persönlichkeitsrechte. Sie stehen in direktem Gegensatz zu den PART®-Prinzipien.

Akzeptanz

Das PART®-Material gründet auf weithin akzeptierten professionellen Konzepten und physischen Interventionstechniken, die sich seit vielen Jahren bewährt haben. Die Konzepte und Prinzipien sind in den USA gerichtlich überprüft worden. PART® wurde in den USA als angemessenes Training für Mitarbeiter von folgenden Organisationen akzeptiert: Joint Commission on Accreditation of Health Organisations (JCAHO), Accreditation Council on Developmental Disabilities (ACDD), California Occupational Safety and Health Administration (CAL-OSHA), California Peace Officers Standards and Training Commission (POST), California Department of Social Services - Community Care Licensing (CCL), California Department of Health Services - Facilities Licensing. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das PART®-Konzept inzwischen in vielen Institutionen eingeführt, in einigen bereits Standard, insbesondere in psychiatrischen Kliniken, Jugendhilfe- und Behinderteneinrichtungen.

Quelle: PART-Büro Wolfgang Papenberg, Unna



Ziele bei PART® sind:

  • Vorbeugung von Eskalationen durch Sicherheit vermittelndes Auftreten und vorausschauendes Handeln,
  • Deeskalation durch frühzeitige kompetente Krisenkommunikation,
  • Vermeidung von Verletzungen durch den Einsatz effektiver, aber schonender Körpertechniken,
  • Herstellen von Sicherheit in bereits eskalierten Situationen durch den Einsatz von Festhaltetechniken.



Im September 2010 führen wir erstmals ein PART®-Basisseminar für Mitarbeitende durch. Dieses Seminarangebot wird dann kontinuierlich als Angebot für alle Mitarbeitenden jährlich stattfinden. Hierfür ist es geplant 2 - 3 KollegInnen zu PART®-TrainerInnen auszubilden.


Wir haben hier einige Links zusammengestellt:

  • Alle Informationen zu PART® finden Sie hier auf der offiziellen Seite für Deutschland.
  • Literaturhinweise finden Sie hier im Netz.



Stand: Juli 2010
Diese Seite werden wir nicht fortlaufend aktualisieren. Die Links und Hinweise könnten deshalb nicht mehr auf den neuesten Stand sein.



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